II4IP: Neues OPC-UA-Projekt gestartet

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Das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderte Projekt „Interoperable Interfaces for Intelligent Production“, kurz II4IP, zielt auf die Entwicklung branchenübergreifender OPC-UA-Standards.

Der VDMA hat frühzeitig erkannt, dass die Definition und Nutzung interoperabler Schnittstellen zukunftsentscheidend ist. Der Maschinen- und Anlagenbau hat sich deshalb auf den Kommunikationsstandard OPC UA geeinigt. Als offene, sichere und skalierbare Technologie ermöglicht OPC UA die interoperable Kommunikation vom Shop-Floor bis in die Cloud.

Noch fehlt das einheitliche Vokabular dieser „Weltsprache der Produktion“. Doch dieses erarbeiten mittlerweile rund 500 Unternehmen in mehr als 30 Arbeitskreisen im VDMA gemeinsam mit zahlreichen nationalen und internationalen Sektorkomitees, Verbänden und der OPC Foundation – Tendenz steigend. Dabei entstehen in einem ersten Schritt branchenspezifische OPC UA Companion Specifications.

 

II4IP zielt auf die Entwicklung branchenübergreifender OPC-UA-Standards

Parallel dazu ist jetzt das durch das BMWi geförderte Projekt „Interoperable Interfaces for Intelligent Production“, kurz II4IP, an den Start gegangen. Sein Ziel ist es, auf Grundlage der Ergebnisse aus den einzelnen Arbeitskreisen branchenübergreifende OPC-UA-Standards zu definieren und in der "OPC UA for Machinery" Companion Specification zusammenzuführen. Durchgeführt wird das Projekt vom Forschungskuratorium Maschinenbau (FKM) e.V. und dem VDMA in der Zeit vom Februar 2020 bis Januar 2023.

Die Standardisierung im Rahmen der VDMA „OPC UA for Machinery“ Arbeitsgruppe bildet den Kern des Projekts II4IP. Eine wichtige Aufgabe wird dabei sein, die Anforderungen des Verarbeitenden Gewerbes und des gesamten Wertschöpfungsnetzwerks im Umfeld Industrie 4.0 zu berücksichtigen und die Stakeholder innerhalb und außerhalb des Maschinen- und Anlagenbaus zu integrieren.

Weiteres Ziel des Projekts ist der nationale und internationale Transfer der zu entwickelnden branchenübergreifenden OPC UA Standards und des nötigen OPC UA Technologie Know-hows. Im Fokus stehen hierbei insbesondere Klein- und mittelständische Unternehmen.

 

Vorgehen und Arbeitsweise

Der Arbeitsmodus bei der Erstellung der „OPC UA for Machinery“ unterscheidet sich von dem üblichen, bei branchenspezifischen Companion Specifications vorzufindenden Vorgehen: Hier bereitet zunächst eine Expertengruppe einen Entwurf für einen Anwendungsfall, einen sog. Building Block, vor. Die Expertengruppe setzt sich aus Spezialisten aus verschiedenen Branchen zusammen, die sowohl in Bezug auf OPC UA als auch auf den Maschinenbau ein hohes Maß an Expertise vorweisen. Sobald der entwickelte Entwurf einen gewissen Reifegrad erreicht hat, wird das Dokument an die OPC UA Arbeitskreise des VDMA und weitere Stakeholder im Industrie 4.0 Umfeld zur Überprüfung weitergegeben. Erst nachdem die Überprüfungsprozess eingebrachten Kommentare bearbeitet wurden, wird ein Release Candidate in die öffentliche Einspruchsphase gegeben.


Erste Veröffentlichungen im Juni 2020

Die ersten beiden Building Blocks sollen in Form eines Release Candidates voraussichtlich im Juni 2020 veröffentlicht werden. Die behandelten Anwendungsfälle sind:

  • Identifikation und Namensschild von Maschinen
  • Finden aller Maschinen im Server

Um die nächsten benötigten Anwendungsfälle und weitere Anforderungen zu identifizieren, werden Rückmeldung der OPC UA Arbeitskreise des Maschinen- und Anlagenbaus und des Verarbeitenden Gewerbes, sowie der Industrie 4.0 Community eingeholt. Die Arbeiten sollen nahtlos fortgeführt werden, sodass bis zum Projektende kontinuierlich weitere Buildung Blocks veröffentlich werden.

 

Kontakt

Andreas Faath
VDMA Forum Industrie 4.0 / OPC UA
Telefon +49 69 6603-1495
E-Mail andreas.faath@vdma.org

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