OPC UA for Machinery: Schnittstellenbeschreibung für den gesamten Maschinenbau

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Unter dem Dach des VDMA finden aktuell umfangreiche Arbeiten statt, um die Schnittstellen von Maschinen und Komponenten einzelner Branchen zu standardisieren. In der „OPC UA for Machinery“ Companion Specification werden alle aus dieser Arbeit resultierenden Basisinformationsmodelle zusammengeführt.

Als Vorzugsstandard für diese zukunftsorientierten Schnittstellen wird die Technologie OPC UA (Open Platform Communication Unified Architecture) favorisiert. OPC UA bietet neben der Technologie die Möglichkeit an, Produkte und Funktionen zu beschreiben. Das erfolgt branchenspezifisch in Form sogenannter Companion Specifications. Aktuell wird im VDMA in rund 30 Arbeitsgruppen an solchen Companion Specifications gearbeitet, über 450 Unternehmen der Branche sind in den Erstellungsprozess involviert.

Durch die zentrale Koordination im VDMA stellte sich heraus, dass einige Schnittstelleninhalte branchenübergreifend auftreten. Dementsprechend entstand die Idee, eine Basisspezifikation für den gesamten Maschinen- und Anlagenbau zu erstellen. Diese Basisspezifikation wird den Namen „OPC UA for Machinery“ tragen. Diese soll einerseits als Basisbaustein für bestehende und entstehende Companion Specifications genutzt werden. Andererseits können Maschinen oder Gerätschaften des Maschinenbaus die Inhalte der Spezifikation verwenden, falls noch keine genormte Schnittstelle der eigenen Branche vorliegt.

„OPC UA for Machinery ist der Basisbaustein für die Industrie 4.0 Kommunikation“

Um eine frühzeitige Adaption zu ermöglichen, erfolgt die Entwicklung und Veröffentlichung von Inhalten in so genannten Building Blocks. Dies senkt die Entwicklungszeit und ermöglicht somit Inhalte zu verwenden, die sonst noch nicht öffentlich wären. Je nach Bedarf können in den branchenspezifischen Companion Specifications außerdem nur bestimmte oder alle Building Blocks verwendet werden. Dies trifft auch für die Verwendung ohne branchenspezifische Companion Specifications zu.
 

Vorgehen und Arbeitsweise

Der Arbeitsmodus bei der Erstellung von „OPC UA for Machinery“ unterscheidet sich von dem üblichen, bei branchenspezifischen Companion Specifications vorzufindenden Vorgehen. Zunächst wird jeweils für die Building Blocks von einer Expertengruppe ein Entwurf in der sogenannten Kernarbeitsgruppe vorbereitet. Die Expertengruppe setzt sich aus Spezialisten aus verschiedenen Branchen zusammen, die sowohl in Bezug auf OPC UA als auch den Maschinenbau ein hohes Maß an Expertise, insbesondere für das adressierte Thema, vorweisen können. In regelmäßigen Abständen wird der von der Kernarbeitsgruppe erarbeitete Entwurf mit den Mitgliedern der Gesamtarbeitsgruppe abgeglichen. Für die Teilnahme an der Gesamtarbeitsgruppe sind alle Mitglieder des VDMA und der OPC-Foundation berechtigt. Sobald der entwickelte Entwurf einen gewissen Reifegrad erreicht hat, wird das Dokument an die OPC UA Arbeitskreise des VDMA zur Überprüfung weitergegeben. Erst sobald die im VDMA-internen Überprüfungsprozess eingebrachten Kommentare bearbeitet wurden, wird ein Release Candidate in die öffentliche Einspruchsphase gegeben.

Part I bereits veröffentlicht

Die ersten beiden Building Blocks stehen der Öffentlichkeit seit Ende April in Form eines Release Candidates zur Verfügung. Durch einen Building Block wird jeweils ein Anwendungsfall abgedeckt. Die ersten beiden behandelten Anwendungsfälle sind:

  • Identifikation und Namensschild von Maschinen
  • Finden aller Maschinen im Server

Um die nächsten benötigten Anwendungsfälle und weitere Anforderungen zu identifizieren, wurden Rückmeldungen der OPC UA Arbeitskreise des Maschinen- und Anlagenbaus und des Verarbeitenden Gewerbes, sowie der Industrie 4.0 Community eingeholt. Diese wurden gesammelt und bewertet, um einen Vorgehensplan für die nächsten zu behandelnen Themen zu erstellen. Die Arbeiten werden nahtlos fortgeführt, sodass bis zum Projektende kontinuierlich weitere Buildung Blocks veröffentlich werden. Als nächste Themen wurden die folgenden Anwendungsfälle identifiziert:

  • Identifikation und Namensschild von Komponenten
  • Maschinenstatus

 

Kontakt
Heiko Herden
VDMA Forum Industrie 4.0 / OPC UA
Telefon +49 69 6603-1315
E-Mail heiko.herden@vdma.org

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