Pumpen und Systeme

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Der Fachverband Pumpen + Systeme und die Fachabteilung Vakuumtechnik im Fachverband Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik hatten bereits in der Vergangenheit mehrere Ansätze gestartet, die offene Kommunikation der Pumpe zu realisieren.

Die Forderungen nach Datenaustausch und offener Kommunikation aller Produkte untereinander ist vor dem Hintergrund einer „Industrie 4.0“ nicht mehr aufzuhalten. Auch wenn vieles noch offen und nicht fixiert ist, so gilt es, sein Produkt zeitnah zukunftsfähig zu machen. Der Fachverband Pumpen + Systeme und die Fachabteilung Vakuumtechnik im Fachverband Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik hatten bereits in der Vergangenheit mehrere Ansätze gestartet, die offene Kommunikation der Pumpe zu realisieren.

Bereits Mitte der 90-er Jahre wurde eine elektronische Version des Pumpendatenblatts angegangen. Im VDMA Einheitsblatt 24278 „Baugrößenauswahlprogramm“ realisierten die Mitglieder des NA-060-11 (DIN Normenausschuss Fachbereich Pumpen) Hersteller und Betreiber eine Lösung, alle für einen Bestellvorgang wesentlichen Daten zu beschreiben und ein Übergabeprotokoll zu fixieren.

Der Übergang in die Praxis blieb dem Auswahlprogramm wohl auch deshalb verwehrt, weil die Anforderungen bereits gestiegen waren. So wurde eine Excel-basierte Lösung erarbeitet und 2006 auf dem Frankfurter Pumpenanwenderforum mit zwei Computern und einem lebhaften Diskettenaustausch deren Machbarkeit demonstriert.

In den nächsten Monaten entstand eine XML basierte Lösung, die allen Ansprüchen der mit Bestellung und Auslegung einer Pumpe befassten Personen genügte. Auch hier kam es nicht zur Umsetzung in die Praxis.

Im gleichen Jahr entstand, getrieben aus dem Bereich der Gebäudetechnik (busgesteuerte Pumpen) ein weiteres VDMA Einheitsblatt (24223), mit dem Fokus des Betriebs von Pumpen (Vakuumpumpen). Hier wurde ein offenes Geräteprofil zur Beschreibung gewählt, eine Tatsache die nun nach mehr als zehn Jahren in die Pumpe 4.0 mündet. Gemeinsam mit Professor Müller (TH Köln), mit dem bereits das Allgemeine Geräteprofil (VDMA 24223) – seinerzeit noch Wissenschaftlicher Assistent bei Professor Epple (RWTH Aachen) – entstand, realisieren die Fachverbände Pumpen + Systeme und Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik (für Vakuumpumpen) aktuell eine Umsetzung in eine OPC UA Companion Specification.

Die seit Jahresbeginn 2018 aktive Arbeitsgruppe, bestehend aus Firmenvertretern der Pumpen und Vakuumpumpenbranche den VDMA Referenten Friedrich Klütsch und Jürgen Eisenreich fokussiert sich unter der wissenschaftlichen Begleitung der TH Köln (Professor Jochen Müller, Herr Maximilian Both) auf die Fixierung sog. Use Cases. Darüber hinaus werden Normen und Richtlinien gesichtet, die Spezifikationen oder Terminologie bereits festgelegt haben. Eine intensive Sitzungsfolge (ca. 8 Wochen) und die Tatsache das die Ergebnisse in eine Dissertation münden garantieren die Einhaltung des Zeitplans. Über den Abgleich von Vorhandenem und den nun erkannten Bedürfnissen aus der 4.0 Thematik entsteht die „Verwaltungsschale Pumpen und Vakuumpumpen“. Aus dieser Verwaltungsschale lassen sich dann diverse Umsetzungen in maschinenlesbare Sprachen ableiten. Hierbei liegt der eindeutige Fokus auf der OPC UA Specification.

Da sich neben dem VDMA auch andere Verbände z.B. die Namur für OPC UA als Datenaustausch Standard ausgesprochen haben, werden wir in absehbarer Zeit – etwa 2. Quartal 2019 - erste reale Umsetzungen für Pumpen/Vakuumpumpen sehen. Für die Comvac 2019 im Rahmen der Hannover Messe laufen parallel die Arbeiten an einem Demonstrator, der die Realisierung dieser „4.0 Lösung“ erlebbar machen wird.